Dieses Buch ist das Ergebnis eines inneren Prozesses, eines langen Weges der Beobachtung und der Selbstreflexion.
Das Schreiben war für mich von Anfang an ein Prozess, in dem Erfahrungen greifbar werden konnten, die sich oft jenseits des Bewusstseins bewegen. Es ist der Versuch, Emotionen eine Form zu geben, die noch nicht vollständig verstanden sind — Liebe, Angst, Wut und Begehren.
Ich lebe nun seit fünf Jahren in Deutschland. Diese Zeit hat meine Perspektive wesentlich verändert: Die Begegnung mit einer anderen, mir bis dahin weitgehend unbekannten Kultur und das Leben in einer neuen Realität haben meine Wahrnehmung vertieft — sowohl in Bezug auf mich selbst als auch auf die Welt. Gleichzeitig bildet meine georgische Vergangenheit das Fundament meiner Sicht auf die Welt — sie prägt Sprache und Denken, sie leitet durch Erinnerung und bildet eine innere Logik, ohne die diese Texte nicht existieren könnten.
Ich schreibe auf Georgisch, weil es die Sprache ist, in der mein Denken und Fühlen ihre für mich präziseste Form finden. Die Übersetzung in eine andere Sprache ist eine Fortsetzung dieses Prozesses — der Versuch, den Text über seine sprachlichen Grenzen hinauszuführen und ihn in einen neuen kulturellen Kontext zu übertragen.
Parallel zu meinen literarischen Arbeiten spiele ich im Theater. Die Bühne ist für mich ein weiterer Raum der Erforschung: Hier mutiert das Wort zur körperlichen Darstellung, und Emotion wird zur Handlung. Diese Erfahrung spiegelt sich unmittelbar in meinem Schreiben wider, da es in beiden Fällen um das Verstehen und den Ausdruck innerer menschlicher Zustände geht.
„Liebe ist die ultimative Rebellion“ ist mein Debüt und vereint 26 Kurzgeschichten. Jeder Text ist ein Versuch, jene Grenzzustände zu erkunden, in denen der Mensch sich selbst begegnet — in Liebe, Sexualität, Gewalt, Einsamkeit und Verwandlung.
Dieses Buch bietet keine eindeutigen Antworten — es stellt vielmehr Fragen. Was bedeutet es, zu lieben? Wo beginnt und endet die Identität des Menschen? Was bleibt, wenn alles zerfällt?
Das Schreiben dient hier nicht zum Finden von Antworten, sondern zum Verweilen im Prozess — zu einem Raum, in dem Ungewissheit sich in Erkenntnis verwandeln kann.